Die Geschichten

Das Glück Dieser Erde...

Einmal im Jahr verwandeln tausende Gäste das ansonsten beschauliche Zuoz im Engadin in das Mekka des Pferdesports.

Zuoz: Ein kleines Dorf am Inn, 18 Kilometer nördlich von Sankt Moritz. Rund 1250 Menschen leben hier, und für gewöhnlich besticht das Dorf durch seine landschaftliche Beschaulichkeit und Ruhe. Mit einer Ausnahme: Einmal jährlich im Sommer wird das sympathische Alpendorf für ein paar Tage zum Mekka für Reitsportbegeisterte aus der gesamten Ostschweiz. Der Anlass: das traditionelle Springreitturnier Concours Hippique Zuoz. „2016 hatten wir 1100 Starts, so viele wie noch nie. Trotzdem ist es uns wichtig, dass das Event sein familiäres Ambiente behält“, erzählt Roman Thöny, Präsident des Concours Hippique Zuoz.

Der Concours blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1969 fand das erste Event als Schauturnier der Kavallerie statt. „Damals noch mit 10 Teilnehmern.“ erinnert sich Thöny. Dass er heute über 1000 Teilnehmer begrüßen kann, freut ihn natürlich sehr. Und er hat auch eine Erklärung dafür: „Es ist schön zu sehen, wie viele Reitsportbegeisterte es in der Schweiz gibt. Für viele ist Reiten die liebste Freizeitbeschäftigung. Die Landschaft um St. Moritz bietet hier einfach alles - felsige Pfade, Waldwege, Strecken entlang der malerischen Seen...“

Während des Concours Hippique Zuoz tummeln sich zwischen den Stallzelten unzählige Reiterinnen und Reiter. Sie nehmen letzte Adjustierungen am Sattel ihrer Pferde vor oder lassen sich noch einmal auf deren Rücken ablichten. Dann geht es an den Start. Seit 2016 wird auf Sand gesprungen, davor wurde der Bewerb auf Rasen abgehalten. 

Einer der schon seit Jahrzehnten zu den Fixstartern zählt, ist der 69-jährige Milo Mohler. Schon 45 Mal hat er, immer mit selbstgezüchteten Pferden, am Turnier teilgenommen und dementsprechend schon einiges erlebt. „Wir hatten sogar schon Schnee mitten im August!“ lacht der passionierte Pferdezüchter.

Ebenso begeistert vom Concours Hippique Zuoz zeigt sich die erst 10-jährige Hannah Vetterli – auch wenn ihr Pferd Kaspar heuer leider einen Sprung verweigert hat. „Der Papa ist schuld.“ weiß Hannah den Grund für ihr Ausscheiden. „Der hat mir falsche Anweisungen gegeben.“ Da es aber trotzdem zum 7. Platz gereicht hat fällt dem Papa das Trösten nicht allzu schwer. Auch Hannah ist, trotz ihres jungen Alters, bereits zum dritten Mal mit dabei, und auch nächstes Jahr will sie unbedingt wieder am Start sein. Wie auch Milo Mohler. Und ganz bestimmt auch wieder über jede Menge andere Pferdebegeisterte.

Concours Hippique Zuoz

Text: Armin Knöbl // friendship.is
Fotos: Florian Lechner // friendship.is

12. August 2017

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