Die Geschichten

In Den Spuren Der Weltmeister

Dort wo 2019 die Nordischen Skiweltmeisterschaften stattfinden, haben wir unsere ersten Versuche auf Langlaufskiern absolviert. Und sind begeistert.

2019 werden hier im Wildmoos bei Seefeld die weltbesten Langläufer und Langläuferinnen um den Weltmeistertitel kämpfen. Nach den Olympischen Spielen in den Jahren 1964 und 1976 und den Weltmeisterschaften 1985 ist Seefeld bereits zum vierten Mal Austragungsort eines nordischen Großereignisses. Man hat also Erfahrung. Dennoch wollen wir die Gelegenheit nutzen und die Loipen vorab einmal testen. Das klingt professionell – tatsächlich stehen manche von uns aber zum ersten Mal auf Langlaufskiern. Doch wo wenn nicht hier soll man seine ersten Gehversuche machen? „Der Vorteil beim Langlaufen ist: Das kann jeder machen. Man kann im Flachen anfangen und das Tempo selber bestimmen“, erklärt uns Peter. Er muss es wissen. Seit vielen Jahren ist der gebürtige Seefelder als Ski- und Langlauflehrer unterwegs.

Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2019 ist die Loipe im Wildmoos Teil der Rennen über 25 bzw. 50 Kilometer. Dann führt die Strecke von Seefeld hier rauf, runter nach Leutasch, wieder rauf und zurück nach Seefeld. Wir beschränken uns, gemäß unserer Fähigkeiten, auf ein paar Runden im Wildmoos. Dann bleibt noch Luft nach oben. Grundsätzlich zählt das Langlaufen übrigens zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Es ist gut für Herz, Kreislauf und Lunge und gleichzeitig Krafttraining. Zudem wirkt es sich positiv auf Koordination und Balance aus.

Letzteres können wir gut nachvollziehen. Die ersten Schritte sind noch etwas wackelig. Um nicht zu sagen: Wie auf rohen Eiern. Gerade im Vergleich zu den Alpinski braucht es für die dünnen Langlaufskier doch deutlich mehr Balance. Hinzukommt, dass der Schuh nur vorne fest mit dem Ski verbunden ist. Dementsprechend sind es eher ungelenke Schritt denn schöne gleitende Bewegungen, mit denen wir unsere ersten Meter zurücklegen. Doch siehe da, dank der fachkundigen Anleitung von Peter wird es mit jedem Meter besser und auch die Koordination beim Stockeinsatz stimmt immer mehr mit den Schrittbewegungen überein. Sogleich gibt es Lob vom Coach: „Ihr macht das wirklich gut. Da habe ich schon ganz andere Sachen erlebt.“ Dass wir noch nicht wirklich bremsen können, ist angesichts der gemütlichen Geschwindigkeit und des flachen Geländes noch keine große Sache. Ein netter Nebenaspekt unseres nicht gerade atemberaubenden Tempos: Es bleibt auch Zeit, die Umgebung zu genießen. Und das Wildmoos präsentiert sich heute von seiner schönsten Seite.

Die Winterlandschaft ist tief verschneit, die Sonne strahlt vom Himmel, im Hintergrund die Berge. Dass die ersten Versuche auf Langlaufskiern in so einer Umgebung besonders viel Spaß machen, versteht sich von selbst. Ebenso spielen die perfekt präparierten Loipen eine nicht unwesentliche Rolle. „Was hier im Hinblick auf die WM in Sachen Infrastruktur geleistet wird ist überragend. Und das Beste daran ist: Davon profitieren nicht nur die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch alle anderen. Weil alle diese Loipen nutzen können“, weiß Peter. Von Anfängern über Fortgeschrittene bis zu absoluten Vollprofis kommen hier wirklich alle auf ihre Kosten. Über 250 perfekt präparierte Loipenkilometer gibt es in Seefeld. Jedes Jahr kommen zahlreiche Langlauf-Nationalkader hierher um zu trainieren.

Bis dahin ist es für uns noch ein weiter Weg. Mittlerweile sind wir aber zumindest in der zweiten Runde angekommen und auch etwas flotter unterwegs. Und: Wir können bremsen. Das ist nämlich gar nicht so schwierig. Man stellt einfach einen Fuß aus der Spur raus und macht – ähnlich wie beim Skifahren – den Pflug. Aufgrund der fehlenden Kanten der Skier ist das zwar etwas schwieriger, aber durchaus machbar. 

Unser letztes Bremsmanöver machen wir am Ausgangspunkt. Dort liegt nämlich praktischerweise auch die Wildmoosalm. Die hat neben einer herrlichen Sonnenterrasse auch eine durchaus empfehlenswerte Küche. Und schließlich haben wir ja jetzt einiges an Kalorien verbrannt.

FIS NORDISCHE SKIWELTMEISTERSCHAFTEN 2019

Text: Matthias Köb // friendship.is
Photos: Ian Ehm // friendship.is

4. Dezember 2018

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